Workshopbeschreibung
Strukturelle Benachteiligung hat finanzielle Folgen bis in die Rente. Sie beginnt beim Gehalt, setzt sich in der Erwerbsbiografie fort und schreibt sich im Rentenbescheid fest.
Der Pay Gap ist der Anfang: Wer weniger verdient, kann weniger zurücklegen. Er trifft Frauen, Menschen mit Migrationsgeschichte, Menschen mit Behinderung und sozial benachteiligte Menschen. Daraus wird der Pension Gap: Teilzeit, Sorgearbeit, Honorartätigkeit, Unterbrechungen und späte Berufseinstiege bedeuten weniger Rentenpunkte. Und dazu kommt der dritte Gap, über den seltener gesprochen wird: der Investment Gap. Wer nicht am Kapitalmarkt anlegt, verschenkt den Zinseszins, der über Jahrzehnte genau den Abstand ausgleichen könnte, den die ersten beiden Lücken erzeugt haben.
Der Grund ist nicht mangelnde Kompetenz. Geldanlage wurde lange in einer Sprache erklärt, die abschreckt und an Menschen gerichtet, die ohnehin schon Vermögen hatten. Wer sich nicht angesprochen fühlt, fängt spät an oder gar nicht.
Ab Januar 2027 gibt es in Deutschland zum ersten Mal eine staatlich geförderte Altersvorsorge, die ohne verpflichtende Beitragsgarantie in ETFs investiert und auch für Selbstständige gilt. Riester wird damit für Neuverträge abgelöst.
Jetzt zu verstehen, wie das funktioniert, eröffnet beides: vom ersten Tag an profitieren oder begründet dagegen entscheiden.
Der Workshop besteht aus 2 Teilen.
Teil 1 schafft die Grundlage.
Du erfährst, was hinter dem Altersvorsorgedepot steckt, welche zwei Varianten es geben wird und wo seine Chancen und Grenzen liegen: Zulagen und steuerfreies Wachstum auf der einen Seite, Kapitalbindung bis 65, eingeschränkte Auswahl und nachgelagerte Besteuerung auf der anderen. Danach klären wir, wie Börse überhaupt funktioniert, welcher Broker zu dir passt und du eröffnest dein eigenes Wertpapierdepot.
Teil 2 füllt dieses Depot.
Du lernst, was ein ETF ist und woran du einen guten erkennst, baust ein Portfolio, das zu deiner Lebenssituation passt und kaufst deine ersten Anteile. Zum Abschluss geht es um Steuern, Rebalancing und die wichtigsten Regeln, die über langfristigen Erfolg entscheiden.
Ihr Nutzen
- Klarheit über das Altersvorsorgedepot – Förderlogik, Berechtigung, Zulagen, die beiden Varianten, was die Förderung bringt und was sie an Bindung, Flexibilität und späterer Steuer kostet
- Begründet entscheiden – selbst vorsorgen, gefördert vorsorgen oder beides kombinieren, passend zur eigenen Erwerbsbiografie
- Eigenes Wertpapierdepot – im Workshop eröffnet und eingerichtet
- ETF-Kompetenz – du verstehst, was du kaufst, und kannst Fonds selbst vergleichen
- ein Portfolio, das zu dir passt – Aktien- und ggf. Anleihen-Quote und Struktur nach Lebenssituation und Anlagehorizont
- Investiertes Geld – erste Anteile gekauft oder Sparplan eingerichtet, Freistellungsauftrag gesetzt
- Steuerlicher Überblick – im freien Depot und im geförderten Depot
- Handlungsplan – Sparrate, Regeln zum Nachjustieren und Checkpunkte bis Januar 2027
Zielgruppe
Der Workshop richtet sich an alle, die ihre Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen wollen und bei ETFs ganz am Anfang stehen. Geeignet für Angestellte, Selbstständige und alle, die bisher das Gefühl hatten, Geldanlage sei etwas für andere. Besonders relevant ist er für Menschen, deren Erwerbsbiografie nicht dem Modell der durchgehenden Vollzeitbeschäftigung folgt und Selbstständige, die von der Riester-Förderung bisher ausgeschlossen waren. Vorkenntnisse sind willkommen, aber keine Voraussetzung.
Methoden
Fachliche Inputs ohne Finanzjargon, Rentenlückenrechner und Entscheidungsraster für die eigene Situation, praktische Arbeit mit ETF-Vergleichsportalen, begleitete Depoteröffnung und ETF-Kauf, Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Handout, Q&A
Bitte mitbringen
Smartphone, Personalausweis, IBAN des Girokontos, Steuer-ID
Anzahl der Teilnehmenden
5 - 12 Personen
Kosten
Selbstzahlende: 225 Euro, Firmen & Institutionen: 345 Euro
Alle Preise inkl. der gesetzlich gültigen Umsatzsteuer